Gutachten Mehraufwand Reha

Die AG MedReha, deren Mitglied der BDPK ist, hat bei der "aktiva - Beratung im Gesundheitswesen GmbH" ein Kurzgutachten zum Thema "Leistungsbezogener Corona-Zuschlag für Rehabilitationskliniken" in Auftrag gegeben.

Die Corona-Pandemie wirkt sich auf sämtliche Bereiche des öffentlichen Lebens aus, besonders Einrichtungen des Gesundheitswesens – und damit auch Vorsorge- und Reha-Einrichtungen – sind von den verschärften Anordnungen hinsichtlich Hygiene und Social Distancing betroffen. Mit der Wiederaufnahme des Regelbetriebs in den Krankenhäusern wurde auch der Betrieb in den Reha-Einrichtungen wieder hochgefahren. Aufgrund der erwähnten Vorgaben des Gesetzgebers sind die Einrichtungen jedoch massiv eingeschränkt. Die AG MedReha hat nun die „aktiva“ um ein Kurzgutachten gebeten, das die Mehraufwände für Reha-Einrichtungen beurteilt. Das Fazit des Gutachtens ist eindeutig: Besonders in den Bereichen Personal- und Sachkosten kommt es zu erheblichen Mehraufwänden. Die AG MedReha hatte sich daher mit einem Schreiben an die Deutsche Rentenversicherung gewandt und darum gebeten, das Gutachten bei der Bewertung einer adäquaten Finanzierung zu beachten. Darüber hatten wir bereits an dieser Stelle berichtet. Auch die GKV wurde mit entsprechenden Forderungen angeschrieben.

Mehraufwände für Reha-Einrichtungen – das aktiva-Gutachten

Besonders in den Bereichen Personal- und Sachkosten, so hat die „aktiva“ ermittelt, kommt es zu coronabedingten Mehraufwänden, die nicht durch den derzeit vereinbarten Tagessatz abgebildet werden.

Um die Reha so sicher wie nur möglich zu gestalten, besteht beim medizinischen Personal deutlicher Mehraufwand: Aufnahmegespräche verlängern sich, da das Infektionsrisiko evaluiert werden muss, Therapiegruppen verkleinern sich, auch Veranstaltungen wie Seminare und Vorträge können nur in kleineren Gruppen, dafür aber häufiger durchgeführt werden. All das führt zu Mehraufwand im Bereich Personal, genauso wie beispielsweise das Anlegen und Wechseln der Schutzausrüstung des Pflegepersonals, während es bei der Grundpflege unterstützt und mobilisiert.

So, wie das medizinische Personal, ist auch das Servicepersonal betroffen. Mahlzeiten können nur gestaffelt in kleineren Gruppen eingenommen werden, Speisen bereitet die Küche in einzelnen Portionen vor, da ein Buffet nicht mehr möglich ist. Und auch an der Pforte ist ein Mehraufwand festzustellen – zur Kontrolle und Registrierung von Besuchern bedarf es aufgrund der strengen Regelungen mehr Personal. Daneben besteht ein weiterer Mehraufwand an Personalkosten darin, dass Patientenzimmer und Gruppenräume in einer höheren Frequenz gereinigt und zusätzlich desinfiziert werden müssen.

Neben den Personalkosten besteht wie oben erwähnt der Mehraufwand auch in den Sachkosten. So müssen Schutzausrüstung und Desinfektionsmittel beschafft werden, der Wäscheverbrauch ist deutlich höher und es kommen Kosten für bspw. die Labordiagnostik hinzu. Um den Betrieb hinsichtlich der Abstandsregelungen aufrechterhalten zu können, müssen die Einrichtungen ggf. Räumlichkeiten ausweiten.

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